Der systemische Lupus erythematodes (SLE) ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die verschiedene Organe beeinträchtigen kann, darunter die Haut, die Gelenke, das zentrale Nervensystem und die Nieren. Charakteristisch für SLE ist die Produktion von pathogenen Autoantikörpern und der Verlust der Toleranz gegenüber nukleären Selbstantigenen. Eine klinische Heterogenität, ein unvorhersehbarer Verlauf und das Auftreten von Schüben sind weitere typische Merkmale von SLE.
Weltweit sind mehr als 3.4 Millionen Menschen von SLE betroffen, von denen ca. 90% Frauen sind. In Österreich leiden nach Schätzungen rund 4’000 Patient:innenen an SLE.
Die Entstehung eines SLE ist in den meisten Fällen multifaktoriell bedingt. Genetische Wechselwirkungen mit Umweltfaktoren, insbesondere UV-Lichtexposition, Epstein-Barr-Virusinfektion und hormonelle Faktoren, können die Krankheit auslösen und zu einer Dysregulation des Immunsystems führen.
Die körperliche und emotionale Belastung für an SLE erkrankte Menschen ist groß. Die hohe Morbidität, der chronische Krankheitsverlauf und die Abhängigkeit von einer Kortikosteroid-Therapie können zu langfristigen Organschäden beitragen, die sogar zu lebensbedrohlichen systemischen Organschäden führen können. Durch neue Medikamente und ein besseres Verständnis für die Erkrankung hat sich die Lebenserwartung und die Lebensqualität für die Betroffenen in den vergangenen Jahren jedoch deutlich verbessert.