Die chronische Nierenerkrankung (CKD, engl. chronic kidney disease) ist eine fortschreitende Erkrankung, die durch strukturelle und funktionelle Veränderungen der Niere gekennzeichnet ist.1 Weltweit sind mehr als 10% der Bevölkerung von chronischen Nierenerkrankungen betroffen, auch in Österreich.2, 3 9 von 10 Personen mit einer CKD sind sich jedoch nicht bewusst, dass sie erkrankt sind.3
Die durch CKD bedingte Sterblichkeitsrate ist zwischen 1990 und 2017 um 41,5% gestiegen und es wird vorrausgesagt, dass bis zum Jahr 2040 die CKD die 5. häufigste Todesursache weltweit sein wird.2, 4
Eine CKD kann durch zahlreiche Ursachen ausgelöst werden, ist jedoch häufig eine Folge von Diabetes mellitus und Bluthochdruck.1,13 Ca. 1 von 3 Erwachsenen mit Diabetes mellitus und 1 von 5 mit Bluthochdruck entwickeln eine CKD.6
Die CKD ist bidirektional mit der Herzinsuffizienz verbunden: Eine Verschlechterung der einen Erkrankung scheint das Auftreten und Fortschreiten der anderen Erkrankung zu beschleunigen.7 Patient:innen mit CKD-Stadium 3+ haben ein doppelt so hohes Risiko für Herzinsuffizienz oder für einen kardiovaskulär-bedingten Tod.8
Bei Fortschreiten der Erkrankung kann die chronische Niereninsuffizienz zu einem terminalen Nierenversagen mit Urämie führen.9 In diesem Stadium der Krankheit ist eine Dialyse bei längerem Anhalten des Nierenversagens unumgänglich.9
Falls mindestens 1 der beiden Kriterien für mehr als 3 Monate präsent ist, ist die Diagnose CKD bestätigt:13
Oftmals wird die Diagnose einer CKD zu spät gestellt oder erst, wenn die Symptome schwerwiegend sind.12
Die Österreichische Gesellschaft für Nephrologie (ÖGN) empfiehlt, folgende Risikogruppen regelmäßig auf eine chronische Nierenerkrankung (CKD) zu screenen: Personen mit Typ‑2‑Diabetes (jährlich), arterieller Hypertonie, kardiovaskulären Erkrankungen (z. B. Herzinsuffizienz, KHK, pAVK, cAVK), Adipositas, vorausgegangenem akuten Nierenversagen (AKI) sowie positiver Familienanamnese (jeweils mindestens alle zwei Jahre).14
Stoffwechsels und SGLT2-Hemmer), können die Nierenfunktion erhalten, indem sie den intraglomerulären Druck senken.1 Andere Wirkstoffe (z. B. nichtsteroidale Mineralocorticoid-Rezeptor-Antagonisten) können die Niere möglicherweise durch entzündungshemmende oder antifibrotische Mechanismen schützen.1
Im Endstadium der Niereninsuffizienz ist die Nierenersatztherapie, entweder in Form einer Dialyse oder einer Nierentransplantation, die lebenserhaltende Behandlung für Menschen mit Nierenversagen.1,13
cVAK: zerebrale arterielle Verschlusskrankheit; CKD: chronische Nierenerkrankung; eGFR: geschätzte glomeruläre Filtrationsrate; KDIGO: Kidney Disease: Improving Global Outcomes; KHK: koronare Herzkrankheit; SGLT2i: Natrium-Glukose-Transporter 2-Inhibitor; UACR: Urin Albumin Kreatinin Ratio; pVAK: periphere arterielle Verschlusskrankheit.
Referenzen:
AT-16526 03/2026