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Leber- und Gallenkrebs

Informationen über Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom) und Gallenkrebs (biliäres Karzinom)

Bei primärem Leberkrebs handelt es sich in den meisten Fällen (75 bis 85 Prozent) um ein sogenanntes hepatozelluläres Karzinom. Im Jahr 2022 gab es weltweit über 860.000 neue Fälle von Leberkrebs, und mehr als 750.000 Menschen sind daran verstorben. Männer sind häufiger betroffen als Frauen: Sowohl die Erkrankungshäufigkeit als auch die Sterblichkeitsrate ist bei Männern zwei- bis dreimal so hoch wie bei Frauen.

 

In Österreich erkranken jährlich etwa 1.000 Menschen an Leberkrebs, und etwa 890 Patientinnen und Patienten sterben an dieser Erkrankung. Die Wahrscheinlichkeit, fünf Jahre nach der Diagnose noch zu leben, liegt in Österreich bei etwa 18 Prozent. Leberkrebs machte im Jahr 2022 etwa 4 Prozent aller Krebssterbefälle aus.

 

Die Hauptrisikofaktoren für Leberkrebs sind chronische Lebererkrankungen, vor allem die Leberzirrhose (Schrumpfleber) und die nicht-alkoholbedingte Fettleber. Eine Leberzirrhose ist häufig die Folge einer chronischen Hepatitis-B- oder -C-Infektion oder von übermäßigem Alkoholkonsum. Übermäßiger Alkoholkonsum ist die häufigste Ursache für Leberkrebs und für 32 bis 45 Prozent der Fälle verantwortlich.



 

Gallenkrebs, auch biliäre Karzinome genannt, umfasst sowohl Krebserkrankungen der Gallengänge als auch Gallenblasenkrebs. In Österreich wird jährlich bei etwa 250 Menschen Gallenblasen- oder Gallengangkrebs diagnostiziert. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt je nach genauer Lage des Tumors zwischen 11 und 18 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, an Gallenblasenkrebs zu erkranken, nimmt mit dem Alter zu; das mittlere Erkrankungsalter beträgt bei Männern 73 Jahre und bei Frauen 76 Jahre.

 

Ein erhöhtes Lebensalter ist ein Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Gallenkrebs. Weitere Faktoren sind eine Leberzirrhose sowie Hepatitis-B- oder -C-Infektionen. Für Krebserkrankungen der Gallengänge außerhalb der Leber gelten chronische Entzündungen der Gallengänge als Risikoerkrankungen. Dazu zählen insbesondere die primär sklerosierende Cholangitis sowie krankhafte Veränderungen der Gallenwege (wie Zysten oder das Caroli-Syndrom) und parasitäre Infektionen.

 

 

Sterblichkeitsrate symbol
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Sterblichkeitsrate

Im Jahre 2022 sind weltweit rund 850.000 Menschen an Leberkrebs, Gallengangskrebs in der Leber und Gallenblasenkrebs gestorben

Uberlebenschance symbol
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Überlebenschance

Nur 1 von 5 Patient:innen überlebt 5 Jahre nach der Diagnose



Leberkrebs ursaches ymbol
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Ursache

Die Leberzirrhose gehört zu den Hauptrisikofaktoren für die Entstehung von Leberkrebs oder einem Gallengangskrebs

Symptomen leber und gallenkrebs
Symptomen leber und gallenkrebs

Symptome

Leberkrebs wird aufgrund der spät auftretenden und oft allgemeinen Symptome häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt, was die Heilungsaussichten verschlechtert. In frühen Krankheitsstadien treten meist keine oder nur sehr allgemeine Beschwerden auf. Symptome, die auf Leberkrebs hindeuten können, umfassen einen Druckschmerz im rechten oder mittleren Oberbauch, Übelkeit, Appetitlosigkeit, ein allgemeines Schwächegefühl sowie eine verminderte Leistungsfähigkeit. Zudem können eine erhöhte Körpertemperatur ohne erkennbare Ursache, eine unerklärliche Gewichtsabnahme, eine tastbare Schwellung unter dem rechten Rippenbogen sowie eine Gelbfärbung von Haut und Augen (Gelbsucht) auftreten.

Da auch Gallengangskrebs und Gallenblasenkrebs lange Zeit keine oder nur sehr allgemeine Symptome verursachen, werden sie meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Zu den allgemeinen Krankheitszeichen gehören Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, ungewollter Gewichtsverlust, Schmerzen im Unterleib sowie nächtliche Schweißausbrüche. Kommt es zu einer Verengung oder einem Verschluss (Obstruktion) der Gallengänge, kann dies zusätzlich zu einer Gelbfärbung der Haut und Bindehaut im Auge (Ikterus), dunkel gefärbtem Urin, sehr hellem Stuhlgang, starkem Juckreiz und Schmerzen im rechten Oberbauch führen.

Diagnose leber und gallenkrebs
Diagnose leber und gallenkrebs

Diagnose von Leberkrebs

Um einen Verdacht auf Leberkrebs zu untersuchen, kommen verschiedene bildgebende Verfahren infrage. Für eine erste Einschätzung wird in der Regel eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Mithilfe einer Blutuntersuchung können die Leberwerte bestimmt, spezielle Tumormarker untersucht und gegebenenfalls Hepatitis-Viren nachgewiesen werden. Erhärtet sich der Verdacht, kann der Tumor durch eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Ultraschalluntersuchung mit Kontrastmittel genauer diagnostiziert werden. Um die genaue Ausbreitung des Tumors festzustellen, wird oft ein spezielles MRT durchgeführt. Sollten die MRT-Befunde unklar sein oder Gründe gegen ein MRT sprechen, kann alternativ eine Computertomographie (CT) eingesetzt werden.

Diagnose von Gallenkrebs

Auch bei einem Verdacht auf Gallenkrebs wird häufig zunächst eine Ultraschalluntersuchung zur ersten Einschätzung genutzt. Zudem ist bei Krebserkrankungen der Gallenwege oft ein bestimmter Blutwert, der Tumormarker CA 19-9, erhöht. Die wichtigste Methode zur genauen Diagnose ist die bildgebende Untersuchung mit Kontrastmittel, wie MRT oder CT. Diese Verfahren ermöglichen meist auch schon eine Beurteilung des Krankheitsstadiums.

Behandlung Leberkrebs
Behandlung Leberkrebs

Behandlung von Leberkrebs

Die Therapie von Leberkrebs richtet sich vor allem nach dem Tumorstadium, der verbleibenden Leberfunktion und dem Allgemeinzustand der Patientin oder des Patienten. Die Behandlung sollte immer von einem fächerübergreifendenÄrzteteam (Tumorboard) abgestimmt werden. In frühen Stadien, wenn der Tumor lokal begrenzt ist, sind Behandlungen mit dem Ziel der Heilung (kurative Therapien) möglich. Dazu zählen die operative Entfernung des Tumors, eine Lebertransplantation oder Verfahren, die den Tumor direkt zerstören, wie die Radiofrequenz- oder Mikrowellenablation. In mittleren Stadien, wenn der Krebs nicht operiert werden kann, aber noch auf die Leber begrenzt ist, werden spezielle Verfahren eingesetzt, die direkt am Tumor wirken, wie etwa die transarterielle Chemoembolisation (TACE).

In fortgeschrittenen Stadien oder wenn sich Metastasen gebildet haben, erfolgt eine medikamentöse Therapie, die im gesamten Körper wirkt (systemische Therapie). Heute werden dafür meist Kombinationen aus Immuntherapien oder zielgerichteten Medikamenten eingesetzt. Im Endstadium der Erkrankung oder bei stark eingeschränkter Leberfunktion steht eine lindernde und unterstützende (palliative) Behandlung im Vordergrund, um die Lebensqualität zu erhalten.

Behandlung von Gallenkrebs

Die Therapie von Gallenkrebs hängt stark vom Krankheitsstadium und der Möglichkeit einer operativen Entfernung (Resektabilität) ab. Im Frühstadium wird meist eine Operation mit dem Ziel der vollständigen Heilung angestrebt. Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung kommen primär Immunchemotherapien zum Einsatz. Diese werden häufig durch zielgerichtete Medikamente, lokale Behandlungsverfahren und unterstützende Maßnahmen ergänzt.

Referenzen:

CT: Computertomographie; HCC: hepatozelluläres Karzinom; MRT: Magnetresonanztomographie.  

 

Referenzen:

 

Bray F, et al. Global Cancer statistics 2022: GLOBOCAN estimates of incidence and mortality worldwide for 36 cancers in 185 countries. CA Cancer J Clin. 2024 May-Jun;74(3):229-263.

 

STATISTIK AUSTRIA, Krebserkrankungen in Österreich 2024. Online verfügbar unter: https://www.statistik.at/fileadmin/publications/Krebs-2024_Webversion-barrierefrei.pdf. Letzter Zugriff: 12.03.2026.

 

Krebsliga Schweiz. Gallenblasenkrebs und Gallengangskrebs (biliäres Karzinom). Online verfügbar unter: https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/krebsarten/gallenblasenkrebs-gallengangkrebs Letzter Zugriff: 12.03.2026.

 

Krebsliga Schweiz. Leberkrebs. Online verfügbar unter: https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/krebsarten/leberkrebs Letzter Zugriff: 12.03.2026

 

 

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AT-16586 - 04/2026