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Diabetes

Diabetes im Überblick – fachspezifisch und aktuell

Diabetes mellitus bezeichnet eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen, deren gemeinsamer Befund die Erhöhung des Blutglukosespiegels, die Hyperglykämie, ist.1 Hyperglykämie ist eine häufige Folge von unkontrolliertem Diabetes und führt mit der Zeit zu schweren Schäden an vielen Organen, insbesondere an Herz, Niere, Nerven und Blutgefässen.2 Ungefähr die Hälfte aller Patient:innen mit Diabetes Typ 2 entwickelt eine chronische Nierenerkrankung3 und das Risiko für eine chronische Herzinsuffizienz erhöht sich um Faktor 2-5.4


Im Jahr 2024 wurde die weltweite Prävalenz von Diabetes mellitus bei Erwachsenenzwischendem 20.und 79. Lebensjahr auf 589 Mio., vor allem bedingt durch Typ-2-Diabetes, geschätzt. Bis zum Jahr 2050 soll diese Zahl um 45% auf 853 Mio. zunehmen.5


Die in Österreich aufgrund fehlender nationaler Register geschätzte Diabetesprävalenz beträgt gemäß des Österreichischen Diabetesberichts aus dem Jahr 2017 etwa 7-11%.6


Genetische, umweltbedingte und metabolische Risikofaktoren sind miteinander verknüpft und tragen zur Entwicklung von Typ-2-Diabetes bei. Eine familiäre Vorbelastung, Alter, Übergewicht und Bewegungsmangel kennzeichnen die Personen mit dem höchsten Risiko.7

Diabetes global

Inzidenz

In Österreich leben derzeit ca. 800.000 Menschen mit Diabetes.8



Diabetes folgeerkrankungen

Folgeerkrankungen

Diabetes ist eine der Hauptursachen für Nierenversagen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Erblindung und Amputation der unteren Gliedmaßen2

Diabetes mortalitaet

Mortalität

Im Jahr 2019 verursachten Diabetes und diabetesbedingte Nierenerkrankungen ca. 2 Millionen Todesfälle weltweit9

Diabetes symptome

Symptome

Zu den Hauptsymptomen von Diabetes mellitus gehören:10

  • hohe Blutzuckerwerte über einen längeren Zeitraum
  • häufiges Wasserlassen
  • gesteigerter Durst
  • erhöhter Appetit

Weitere Anzeichen können folgendes beinhalten:10

  • Verschwommene Sicht
  • Häufige Infektionen oder langsam heilende Wunden
  • Gewichtsverlust - auch bei gesteigerter Nahrungszufuhr (Typ-1-Diabetes)
  • Kribbeln, Schmerzen oder Taubheit in den Händen oder Füssen (Typ-2-Diabetes)
Diabetes diagnose

Diagnose

Diabetes mellitus kann anhand des Blutzuckerspiegels diagnostiziert werden. Dabei kann ein Nüchtern-Glukose-Wert ermittelt werden und/oder ein oraler Glukosetoleranztest durchgeführt werden. Mit Hilfe des HbA1c-Wertes kann zusätzlich der Langzeitblutzucker-Wert bestimmt werden.11


Da eine unbehandelte Diabetes mellitus zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann, ist eine frühzeitige Diagnose wichtig.12

Diabetes behandlung

Behandlung

Die Österreichische Gesellschaft für Diabetes (ÖDG) empfiehlt neben der Lebensstilmaßnahmen (Gewichtsmanagement, körperliche Aktivität) eine medikamentöse Therapie. Das primäre Ziel einer antihyperglykämischen Therapie ist daher, neben dem Vermeiden von akuten Komplikationen der Hyperglykämie, die Prävention zellulärer und vaskulärer Komplikationen. Metformin, SGLT2-Hemmer, GLP-1-Angonisten nehmen eine zentrale Rolle in der Behandlung ein. Bei Herzinsuffizienz und chronischer Nierenerkrankung sollte unabhängig vom HbA1c ein SGLT2-Hemmer verabreicht werden. Bei Neudiagnose sollte frühzeitig mit einer Kombinationstherapie wie z.B. Metformin plus SGLT2-Hemmer begonnen werden.1

GLP-1: Glucagon-like peptide-1; HbA1c: Hämoglobin A1c; SGLT: sodium-dependent glucose co-transporter 2 (natriumabhängiger Glukosetransporter 2).

Referenzen:

  1. Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG). Leitlinien zur Behandlung von Diabetes mellitus. Wien Klin. Wochenschr. 2023;135/Supplement 1
  2. Thomas MC, et al. Diabetic kidney disease. Nat Rev Dis Primers. 2015 Jul 30;1:15018.
  3. Nichols GA, et al. Congestive heart failure in type 2 diabetes: prevalence, incidence, and risk factors. Diabetes Care. 2001 Sep;24(9):1614-9.
  4. Fletcher B, Gulanick M, Lamendola C. Risk factors for type 2 diabetes mellitus. J Cardiovasc Nurs. 2002 Jan;16(2):17-23.
  5. International Diabetes Federation. IDFdiabetes atlas 11th edition.2025. www.diabetesatlas.org. (zuletzt aufgerufen am 10.03.2026).
  6. Schmutterer I, Delcour J, Griebler R, Hrsg. Österreichischer Diabetesbericht 2017.Wien: Bundesministerium für Gesundheit und Frauen; 2017.
  7. Fletcher B, Gulanick M, Lamendola C. Risk factors for type 2 diabetes mellitus. J Cardiovasc Nurs. 2002 Jan;16(2):17-23.6.
  8. FACE DIABETES - eine Initative der Österreichischen Diabetes Gesellschaft. Online verfügbar unter https://www.facediabetes.at/zahlen-und-fakten.html (zuletzt aufgerufen am 27.02.2026)
  9. Global Burden of Disease Collaborative Network. Global Burden of Disease Study 2019. Results. Institute for Health Metrics and Evaluation. 2020. Online verfügbar unter: https://vizhub.healthdata.org/gbd-results/. (zuletzt aufgerufen am 19.03.2026).
  10. Good to Know: Diabetes Symptoms and Tests. Clin Diabetes. 2020 Jan;38(1):108.
  11. El-Sayed NA, et al. on behalf of the American Diabetes Association. 2. Classification and Diagnosis of Diabetes: Standards of Care in Diabetes-2023. Diabetes Care. 2023 Jan 1;46(Suppl 1):S19-S40.
  12. Alam S, et al. Diabetes Mellitus: Insights from Epidemiology, Biochemistry, Risk Factors, Diagnosis, Complications and Comprehensive Management. Diabetology. 2021; 2(2):36-50.

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