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Eierstockkrebs

Aktuelle Informationen über Eierstockkrebs

Eierstockkrebs ist eine Krebsart, die in den weiblichen Fortpflanzungsorganen entsteht, die Eizellen produzieren und speichern (Eierstöcke). Er entsteht, wenn sich abnorme Zellen des Eierstocks unkontrolliert teilen und vermehren.1

 

Etwa 90% der Ovarialkarzinome sind epitheliale Tumore, die vor allem bei Frauen nach der Menopause auftreten. Weitere seltenere Arten von Eierstockkrebs umfassen Keimzelltumore und Keimstrang-Stromatumore.1

 

Eierstockkrebs ist die tödlichste Krebsart in der Gynäkologie. Weniger als die Hälfte der Patientinnen überlebt mehr als fünf Jahre nach der Diagnose.2 Bei Eierstockkrebs im Frühstadium (FIGO Stadium 1 und 2) beträgt die Überlebensrate 80-90%, bei Eierstockkrebs im Spätstadium (FIGO Stadium 3 und 4) dagegen nur 25%.3

 

Mehr als 75% der betroffenen Frauen werden in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, da die Erkrankung im Frühstadium in der Regel asymptomatisch ist und die Symptome im Spätstadium der Erkrankung unspezifisch sind.2

 

In Österreich erkranken jährlich etwa 700 Frauen an Eierstockkrebs und mehr als 450 Frauen sterben an der Erkrankung. Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt gemäss aktuellen Zahlen in Österreich 44,8%.4

 

Die grössten Risikofaktoren für Eierstockkrebs sind das fortschreitende Alter und eine familiäre Vorbelastung mit Eierstock- und/oder Brustkrebs.2 Zu den genetischen Risikofaktoren gehören Mutationen im BRCA1- oder BRCA2-Gen (etwa 21% der Patientinnen).5

 

Außerdem scheint eine hohe Anzahl an Eisprüngen im Lebensverlauf (frühe erste Periode, späte Wechseljahre, Kinderlosigkeit) das Risiko zu erhöhen. Auch starkes Übergewicht und Diabetes steigern die Wahrscheinlichkeit, an Eierstockkrebs zu erkranken.6

 

 

Eierstockkrebs mortalitaet
Eierstockkrebs mortalitaet

Mortalität

Weltweit gab es mehr als 200.000 
Tote durch Eierstockkrebs im Jahr 20227

Geobereich eierstockkrebs
Geobereich eierstockkrebs

Österreich

Eierstockkrebs ist für ca. 5% aller weiblichen Krebstodesfälle in Österreich verantwortlich.4

Schlechte prognose eierstockkrebs
Schlechte prognose eierstockkrebs

Schlechte Prognose

Mehr als 75% der betroffenen Frauen werden erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert2

Symptome eierstockkrebs
Symptome eierstockkrebs

Symptome

Eierstockkrebs wird häufig erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, da eindeutige alarmierende Symptome fehlen.8

 

Mögliche Symptome beinhalten:8

 

  • Schmerzen im Unterleib oder Beckenbereich (39.5%)
  • Zunahme des Bauchumfanges (39.2%)
  • Veränderung der Darmtätigkeit (20.0%)
  • Appetitlosigkeit/Völlegefühl (14.6%)
  • Gewichtsverlust (11.7%)
  • Von der Patientin gefühlter Knoten oder Gewebemasse (7.8%)
  • Atemwegssymptome (7.7%)
  • vaginale Blutungen (7.7%)
  • Miktionsfrequenz (6.8%)
  • Übelkeit (5.1%)

Es gibt keinen wirksamen Screening-Test, so dass die wichtigste Aussicht auf eine Frühdiagnose in einer verbesserten Erkennung einer symptomatischen Krebserkrankung besteht.3

Diagnose eierstockkrebs
Diagnose eierstockkrebs

Diagnose

Bei Verdacht auf eine ovarielle Raumforderung wird eine gynäkologische Untersuchung und eine transvaginale Sonografie durchgeführt.2

 

Die weiterführende Diagnostik beinhaltet bildgebende Verfahren, in der Regel eine Computertomografie, um die Ausdehnung des Tumors zu erfassen. Die definitive Diagnose wird grundsätzlich histologisch gestellt, meist im Rahmen der primären operativen Therapie.9

 

Bei der Diagnose wird ein Test auf BRCA1/2-Mutationen unabhängig vom Stadium empfohlen.9

Das Stadium des Eierstockkrebses bestimmt die Behandlung und ist auch der wichtigste Faktor für die Prognose.10 Das Stadium wird durch eine Operation bestimmt, bei der die Eierstöcke und andere gynäkologische Organe sowie Lymphknoten und andere Gewebe, auf die sich der Krebs ausgebreitet haben könnte, untersucht bzw. entfernt werden.10

Behandlung eierstockkrebs
Behandlung eierstockkrebs

Behandlung

Die Behandlung von Eierstockkrebs besteht in der Regel aus einer Operation ggf. gefolgt von einer adjuvanten Chemotherapie und Erhaltungstherapie.9 Bei Patientinnen mit hohem perioperativem Risiko und geringer Wahrscheinlichkeit des Erzielens einer guten Zytoreduktion kann eine neoadjuvante Chemotherapie erwogen werden.9

 

Die Erhaltungstherapie kann folgendes umfassen:9

 

  • Anti-Angiogenese-Hemmer
  • Poly (ADP)-Ribose-Polymerase (PARP)-Inhibitor

Referenzen:

  1. Ovarian Cancer, Stand 2024. Online verfügbar unter https://www.mdanderson.org/cancer-types/ovarian-cancer.html. Letzter Zugriff: 11.03.2026.
  2. Doubeni CA, et al. Diagnosis and Management of Ovarian Cancer. Am Fam Physician. 2016 Jun 1;93(11):937-44.
  3. Gajjar K, et al. Symptoms and risk factors of ovarian cancer: a survey in primary care. ISRN Obstet Gynecol. 2012;2012:754197.
  4. STATISTIK AUSTRIA, Krebserkrankungen in Österreich 2024. Online verfügbar unter: https://www.statistik.at/fileadmin/publications/Krebs-2024_Webversion-barrierefrei.pdf. Letzter Zugriff: 11.03.2026.
  5. Harter P, et al. Prevalence of deleterious germline variants in risk genes including BRCA1/2 in consecutive ovarian cancer patients (AGO-TR-1). PLoS One. 2017;12(10):e0186043.
  6. Schweizerischer Krebsbericht 2021, Bundesamt für Gesundheit, veröffentlicht am 14.10.2021, letzte Aktualisierung: 31.05.2022. Online verfügbar unter: https://www.bfs.admin.ch/asset/de/19305696. Letzter Zugriff: 11.03.2026.
  7. Bray F, et al. Global cancer statistics 2022: GLOBOCAN estimates of incidence and mortality worldwide for 36 cancers in 185 countries. CA Cancer J Clin. 2024 Apr 4.
  8. Dilley J, et al. Ovarian cancer symptoms, routes to diagnosis and survival - Population cohort study in the 'no screen' arm of the UK Collaborative Trial of Ovarian Cancer Screening (UKCTOCS). Gynecol Oncol. 2020 Aug;158(2):316-322.
  9. NCCN Guidelines for Patients, Stand 2023. Online verfügbar unter https://www.nccn.org/patients/guidelines/content/PDF/ovarian-patient.pdf. Letzter Zugriff: 11.03.2026.
  10. O'Shea AS. Clinical Staging of Ovarian Cancer. Methods Mol Biol. 2022;2424:3-10.

 

BRCA1/2, BReast CAncer gene 1/2; FIGO, Fédération Internationale de Gynécologie et d'Obstétrique; PARPi, Poly(ADP-ribose)-Polymerasen-Inhibitor.

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AT-16580, 03/2026