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Endometriumkarzinom

Informationen zum Endometriumkarzinom (Gebärmutterkörperkrebs)

Das Endometriumkarzinom ist weltweit die sechsthäufigste Krebsdiagnose bei Frauen. Global wurden im Jahr 2022 geschätzt 420.000 neue Fälle und 97.000 Todesfälle registriert.1 In Österreich wurden 2022 insgesamt 1.034 neue Diagnosen des Endometriumkarzinoms gestellt. Die altersstandardisierte Neuerkrankungsrate lag bei 20,5 pro 100.000 Frauen.2

 

Die relative 5-Jahres-Überlebensrate für das Endometriumkarzinom in Österreich betrug im Zeitraum 2014–2018 78,4 %.2

Risikofaktoren

Die steigende Inzidenz des Endometriumkarzinoms wird auf die alternde Bevölkerung und die zunehmende Prävalenz von Adipositas zurückgeführt.3

 

Hauptrisikofaktoren für die Entstehung eines Endometriumkarzinoms sind:

 

  • Metabolisches Syndrom und Adipositas4
  • Endogene Östrogen-Exposition, z.B. bei polyzystischem Ovar, frühere Menarche und spätere Menopause4
  • Exogene Östrogen-Exposition, z.B. bei Tamoxifen-Therapie4
  • Genetische Faktoren wie z.B. Lynch-Syndrom oder Cowden-Syndrom (PTEN-Keimbahnmutation)4
Endometriumkarzinom Symptome
Endometriumkarzinom Symptome

Symptome

Das Leitsymptom sind azyklische prä-, peri- oder postmenopausale Blutungen, die bereits im Stadium I bei 90 % der Patientinnen auftreten.4 Bei fortgeschrittenen Karzinomen können weitere Symptome wie Blutungsanämie, abdominale Beschwerden, zunehmender Bauchumfang (Aszites), Obstipation und urologische Probleme (z.B. Miktionsstörungen bis Harnstau) hinzukommen.4

Endometriumkarzinom screening
Endometriumkarzinom screening

Screening

Es gibt derzeit kein bevölkerungsbasiertes Screening für Endometriumkarzinome; die opportunistische Früherkennung erfolgt symptomorientiert. Bei erhöhtem Risiko, wie z.B. Frauen mit Lynch-Syndrom, wird jedoch ein transvaginal-sonografisches Endometrium-Screening in Kombination mit einer jährlichen Endometrium-Biopsie (Pipelle) empfohlen. 4

Endometriumkarzinom diagnose
Endometriumkarzinom diagnose

Diagnose

Eine histologische Abklärung sollte bei anhaltenden atypischen Blutungen, insbesondere in der Postmenopause, erfolgen. Die prätherapeutische Abklärung umfasst eine umfassende gynäkologische Untersuchung, bildgebende Verfahren (transvaginale Sonografie, ggf. Becken-MRT, Thoraxröntgen) und Laboranalysen. 4

Endometriumkarzinom therapie
Endometriumkarzinom therapie

Therapie

Die Therapieplanung erfolgt multidisziplinär und berücksichtigt die Diagnose sowie die Stadieneinteilung, die seit der aktualisierten FIGO-Klassifikation 2023 auch molekulare Merkmale wie den MMR-Status und POLE-Mutationen einbezieht.3,4

Die primäre Behandlung ist in der Regel chirurgisch, wobei minimal-invasive Verfahren bevorzugt werden. Standard ist eine Hysterektomie mit beidseitiger Salpingo-Oophorektomie und Lymphknoten-Staging.3,4

 

Die adjuvante Therapie (nach der Operation) richtet sich nach der prognostischen Risikogruppe. Bei niedrigem Risiko wird oft keine adjuvante Behandlung empfohlen, während bei hohem Risiko eine externe Strahlentherapie mit gleichzeitiger adjuvanter Chemo- oder Immuntherapie oder alternativ eine sequenzielle Chemotherapie und Radiotherapie empfohlen wird.3,4

Bei fortgeschrittener oder rezidivierender Erkrankung werden systemische Therapien eingesetzt. Dies umfasst Chemotherapie und, insbesondere bei dMMR-Tumoren (Mismatch-Repair-Defiziente Tumoren), Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICI).3,4 Patientinnen mit pMMR-Tumoren (Mismatch-Repair-Profiziente Tumoren) erhalten eine Chemotherapie, wobei die Zugabe von ICI zur Chemotherapie, gefolgt von einer ICI-Erhaltungstherapie, oder die Zugabe von ICI, gefolgt von einer Kombination aus ICI und PARPi (Poly(ADP-ribose)-Polymerasen-Inhibitor) als Erhaltungstherapie, in Betracht gezogen werden kann.3,4 Bei Hormon-Rezeptor-positiven, niedriggradigen Tumoren kann auch eine endokrine Therapie zum Einsatz kommen.3,4

Referenzen:

  1. Bray F, et al. Global cancer statistics 2022: GLOBOCAN estimates of incidence and mortality worldwide for 36 cancers in185 countries. CA Cancer J Clin. 2024 May-Jun;74(3):229-263.
  2. STATISTIK AUSTRIA, Krebserkrankungen in Österreich 2024. Online verfügbar unter: https://www.statistik.at/fileadmin/publications/Krebs-2024_Webversion-barrierefrei.pdf. Letzter Zugriff: 12.03.2026.
  3. Concin N et al. ESGO-ESTRO-ESP guidelines for the management of patients with endometrial carcinoma: update 2025. Lancet Oncol 2025:26:e423-35.
  4. Manual der Gynäkologischen Onkologie, Stand 2025. Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft für gynäkologische Onkologie (AGO) der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG). Online verfügbar unter: https://ago-austria.at/manual/. Letzter Zugriff: 13.03.2026.

 

dMMR, Mismatch-Reparatur-Defizienz; FIGO, Fédération Internationale de Gynécologie et d'Obstétrique; ICI, Immuncheckpoint-Inhibitoren; MRT, Magnetresonanztomographie; POLE, Polymerase Epsilon; PTEN, (Phosphatase and Tensin Homolog; PARPi, Poly(ADP-ribose)-Polymerasen-Inhibitor; pMMR, Mismatch-Reparatur-Profizienz.

 

 

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AT-16579, 03/2026