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Chronisch obstruktive 


Lungenerkrankung

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung im Überblick

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine häufige chronische Atemwegserkrankung, die zu einem eingeschränkten Luftstrom und Atemproblemen führt.1,2 Die Grundlage für COPD bildet eine chronische Bronchitis und/oder ein Lungenemphysem.2,3 Verschiedene Prozesse können die Verengung der Atemwege verursachen: Schäden an Teilen der Lunge, Schleim, der die Atemwege verstopft und/oder Entzündungen und Schwellungen der Schleimhäute in den Atemwegen.1

 


COPD entwickelt sich langsam im Laufe der Zeit, wobei Rauchen und Luftverschmutzung die häufigsten Ursachen für COPD sind.1 In 90% der Fälle ist COPD in Österreich auf die Folgen des Rauchens zurückzuführen.3 Menschen mit COPD haben ein höheres Risiko für weitere Gesundheitsprobleme.1

 

COPD ist die dritthäufigste Todesursache weltweit und führt jährlich zu 3.5 Millionen Todesfällen.1 In Österreich leiden mehr als 500.000 Menschen an COPD.4,5

COPD ist mit einem erhöhten Risiko assoziiert für:

  • Herzinsuffizienz
  • Diverse weitere Herzkrankheiten
  • Lungenversagen
  • Isolation und Depression aufgrund der stark verminderten Leistungsfähigkeit
     

Typisch für COPD ist das Auftreten von Exazerbationen, kurzfristigen und akuten Verschlechterungen der COPD-Symptome, die eine zusätzliche Therapie erfordern und die Krankheitsprogression beschleunigen.6 Exazerbationen sind assoziiert mit dem beschleunigten Verlust der Lungenfunktion, einer anhaltenden Beeinträchtigung der Lebensqualität und haben eine ähnlich schlechte Prognose wie viele bösartige Tumore im Stadium III-IV.7

 

Weiterhin ist das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse in den ersten 30 Tagen nach einer Exazerbation signifikant erhöht.8 Hospitalisierungen aufgrund einer COPD-Exazerbation erhöhen das Risiko für kardiovaskuläre Folgeereignisse sogar bis zu einem Jahr.8 Zudem sind pulmonale und kardiale Ursachen die häufigste Todesursachen bei COPD-Patient:innen.9

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Prävalenz

Weltweit leiden ca. 480 Millionen Menschen an COPD10


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Exazerbationen

Bei über 70% der COPD-Patient:innen treten innerhalb von drei Jahren nach der Diagnose Exazerbationen auf11-13


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Mortalität

1 von 5 Patient:innen verstirbt innerhalb eines Jahres nach der ersten Hospitalisierung auf Grund von einer COPD-Exazerbation14

Lungenerkrankung symptome

Symptome

Häufige COPD-Symptome sind Atemnot und Husten mit oder ohne Auswurf (AHA-Symptome). Bei einigen Patient:innen kann es zu akuten Verschlechterungen der Symptome (Exazerbationen) kommen, so dass eine zusätzliche Therapie erforderlich ist.15

 

Neben den pulmonalen Symptomen kann COPD mit systemischen Beschwerden wie Müdigkeit, Gewichtsverlust und Schlafstörungen sowie mit psychiatrischen Symptomen wie Depressionen und Angstzuständen einhergehen, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.15

Lungenerkrankung diagnose

Diagnose

Die Lungenfunktion (Spirometrie) ist die am besten reproduzierbare und objektive Messung der Verengung der Atemwege.Die Diagnose COPD wird auf Grundlage entsprechender Risikofaktoren (Rauchen etc.), typischer Symptomatik (AHA-Symptome) und einer nicht reversiblen Luftstrom-Einschränkung in der Lungenfunktion gestellt.2 Zur Beurteilung des Schweregrades der COPD und zur Ermittlung der optimalen Therapie sollten ausserdem folgende Aspekte berücksichtigt werden:2

 

  • Schweregrad der Atemwegsverengung
  • Art und Schweregrad der Symptome
  • Vorgeschichte an Exazerbationen
  • Eosinophilenzahl im Blut
  • Weitere Begleiterkrankungen
Lungenerkrankung behandlung

Behandlung

COPD ist nicht heilbar. Die Behandlung der COPD ist langwierig, aber unverzichtbar, wenn das Fortschreiten der Krankheit und ihre Auswirkungen gemildert werden sollen.2

 

Die arzneimittelbezogene Behandlung von COPD hängt mitunter vom Schweregrad der Erkrankung, der Vorgeschichte von Exazerbationen und der Intensität von Symptomen (AHA Symptome) ab.2 Bronchodilatator-Inhalatoren sind zentrale Medikamente zur Behandlung von COPD: Sie entspannen die Atemwege, um sie offen zu halten.1 Für Patient:innen mit stärkeren Symptomen wird eine atemwegserweiternde Doppeltherapie aus LABA/LAMA empfohlen.2

Bei Patient:innen, die trotz einer dualen inhalativen Therapie nach wie vor symptomatisch sind, exazerbieren und erhöhte Eosinophile im Blut (≥100 Zellen/μL) haben, sollte eine Eskalation auf eine dreifach Kombination aus LAMA/LABA/ICS in Betracht gezogen werden.2 Inhalatives Kortison (ICS) ist ein entzündungshemmendes Medikament, das in die Lunge eingeatmet wird und bei COPD-Patient:innen dazu beiträgt, akute Krankheitsschübe (Exazerbationen) zu verringern. Der Gebrauch von LABA/ICS für COPD-Patient:innen wird grundsätzlich nicht mehr empfohlen, da es Evidenz gibt, die zeigen konnte, dass die Wirksamkeit von LAMA/LABA/ICS gegenüber LABA/ICS bei Patient:innen, für die ICS indiziert ist, überlegen ist.2

COPD: chronisch obstruktive Lungenerkrankung; FEV1: forciertes exspiratorisches Volumen in einer Sekunde; FVC: forcierte Vitalkapazität; ICS: inhalatives Kortikosteroid; LABA: langwirksamer Beta₂-Agonist; LAMA: langwirksamer Muskarin-Antagonist.

Referenzen:

  1. WHO, Fact sheet COPD. Stand: 16. März 2023. Online verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/chronic-obstructive-pulmonary-disease-(copd). Letzter Zugriff: 06.05.2024.
  2. GOLD. Global strategy for prevention, diagnosis and management of COPD. 2026. Available from https://goldcopd.org/2026-gold-report-and-pocket-guide/ (Accessed 25 November 2025)
  3. Rauchfrei Telefon. Zuletzt aufgerufen am 09.03.26. Online verfügbar unter: https://rauchfrei.at/fakten/gesundheitliche-auswirkungen-des-rauchens/atemwege/
  4. Grasl M et al. Respiratory Medicine. 2024; 233:107779;
  5. International Respiratory Coalition. (2021). Austria. https://international-respiratory-coalition.org/countries/austria/
  6. Barnes N, et al. Chronic obstructive pulmonary disease and exacerbations: patient insights from the global Hidden Depths of COPD survey. BMC Pulm Med. 2013 Aug 23;13:54.
  7. Stolz D, et al. Towards the elimination of chronic obstructive pulmonary disease: a Lancet Commission. Lancet. 2022;400(10356):921-972.
  8. Vogelmeier CF, Rhodes K, Garbe E, et al. Elucidating the risk of cardiopulmonary consequences of an exacerbation of COPD: results of the EXACOS-CV study in Germany. BMJ Open Respir Res 2024;11:e002153. doi:10.1136/ bmjresp-2023-002153
  9. Mannino DM, et al. Global Initiative on Obstructive Lung Disease (GOLD) classification of lung disease and mortality: findings from the atherosclerosis risk in communities (ARIC) study. Respir Med. 2006;100:115-122.
  10. Boers E, et al. Global Burden of Chronic Obstructive Pulmonary Disease Through 2050. JAMA Netw Open. 2023 Dec 1;6(12):e2346598.
  11. Hoogendoorn M, et al. Prediction models for exacerbations in different COPD patient populations: comparing results of five large data sources. Int J Chron Obstruct Pulmon Dis. 2017 Nov 1;12:3183-3194.
  12. Tashkin DP, et al. A 4-year trial of tiotropium in chronic obstructive pulmonary disease. N Engl J Med. 2008 Oct 9;359(15):1543-54.
  13. Hurst JR, et al. Susceptibility to exacerbation in chronic obstructive pulmonary disease. N Engl J Med. 2010 Sep 16;363(12):1128-38.
  14. Ho T-W, et al. In-Hospital and One-Year Mortality and Their Predictors in Patients Hospitalized for First-Ever Chronic Obstructive Pulmonary Disease Exacerbations: A Nationwide Population-Based Study. PLoS One. 2014;9:e114866.
  15. Vogelmeier CF, et al. Goals of COPD treatment: Focus on symptoms and exacerbations. Respir Med. 2020 May;166:105938.

 

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