Brustkrebs

Aktuelle Zahlen und Fakten über Brustkrebs

(auch Mammakarzinom)

 

Brustkrebs ist die am häufigsten diagnostizierte Krebsart und die häufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen weltweit.1 In Österreich erkranken jährlich ca. 6900 Frauen und 70 Männer an Brustkrebs, womit Brustkrebs die Ursache für 31,6% aller Krebserkrankungen bei Frauen ist.2 Jährlich sterben in Österreich 1700 Frauen an Brustkrebs, die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt 88%.2

 

Die wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung von Brustkrebs sind das weibliche Geschlecht und das Alter: Brustkrebs tritt bei Frauen ca. 100-mal häufiger auf als bei Männern3 und 80% aller Brustkrebserkrankungen werden ab einem Alter von 50 Jahren diagnostiziert4. Weitere Risikofaktoren beinhalten:3,5

 

  • Familiäre Vorbelastung/Vererbung 
  • Situativ hormonelles Ungleichgewicht 
  • Dichtes Brustgewebe bzw. eine hohe mammographische Dichte 
  • Rauchen 
  • Ungesunde Ernährung, z.B. fettreiche Ernährung 
  • Alkoholkonsum 
  • Langfristiger Ersatz von weiblichen Sexualhormonen in den Wechseljahren (Hormonersatztherapie) 
  • Übergewicht und Typ-2-Diabetes 
  • Geringe körperliche Aktivität 
  • Bestrahlung des Brustkorbes in der Kindheit

 

Insgesamt sind etwa 5-10% der Brustkrebserkrankungen auf Genmutationen zurückzuführen.3 Die häufigste Ursache für erblichen Brustkrebs ist eine vererbte Mutation im BRCA1- oder BRCA2-Gen.3 Diese Mutationen erhöhen das Risiko für Brustkrebs erheblich: 7 von 10 Frauen mit einer BRCA1- oder BRCA2-Genmutation erkranken bis zum Alter von 80 Jahren an Brustkrebs.3

 

Brustkrebs stellt eine Gruppe von molekularbiologisch heterogenen Krebsarten dar und wird anhand des Hormonrezeptor- und HER2-Status klassifiziert.3 Ein positiver HER2-Status wird bei 15-30% der Brustkrebsfälle beobachtet und ist ein starker prognostischer Biomarker für einen aggressiven klinischen Verlauf.6 Die Prognose hat sich jedoch durch die Entwicklung von monoklonalen Anti-HER2-Antikörpern, Tyrosinkinase-Inhibitoren und Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten, die auf den onkogenen Treiber abzielen, erheblich verbessert.7

Mortalität

665.684 Frauen sind weltweit im Jahr 2022 an Brustkrebs gestorben1

Verteilung

Etwa 32% aller Krebsfälle bei Frauen in Österreich sind Brustkrebs2

Schlechte Prognose

16% aller krebsbedingten Todesfälle bei Frauen in Österreich sind auf Brustkrebs zurückzuführen2

Symptome

Die meisten Patient:innen verspüren keine Symptome, wenn sich der Krebs noch im Frühstadium befindet, daher ist die Früherkennung so wichtig.8

 

Wenn der Brustkrebs weiter fortgeschritten ist, kann er verschiedene Symptome verursachen. Zu den Symptomen von Brustkrebs können gehören:8,9

 

  • harte, kugelförmige Knoten oder Verhärtungen in der Brust oder unter dem Arm
  • Veränderung von Grösse, Form oder Aussehen der Brust  
  • Hautveränderungen der Brust: beispielsweise Dellen, ein Ausschlag oder Rötungen, besonders um die Brustwarze  
  • abnorme oder blutige Flüssigkeit aus der Brustwarze

 

Mit der Zeit können sich die Krebszellen auf andere Organe wie Lunge, Leber, Gehirn und Knochen ausbreiten. In der Folge können neue krebsbedingte Symptome wie Knochen- oder Kopfschmerzen auftreten.8

 

Brustkrebs-Screening-Programme wurden für Frauen mit durchschnittlichem Brustkrebsrisiko eingeführt, um die Behandlungsergebnisse durch Früherkennung zu optimieren.10 Ein regelmässiges Mammographie-Screening (alle 2 Jahre) wird für Frauen mit durchschnittlichem Risiko im Alter von 50-69 Jahren empfohlen. Eine regelmäßige Mammographie kann auch bei Frauen von 45 - 49 sowie von 70-74 Jahren erfolgen, obwohl es dafür weniger Evidenz für einen Benefit gibt.10 Frauen mit einer signifikanten Familienanamnese sollten Gentests angeboten werden und bei bestätigtem erblichem Brust- und Eierstockkrebs-Syndrom sollte ein intensiveres Screening empfohlen werden.12

Diagnose

Die Diagnose basiert auf der klinischen Untersuchung in Kombination mit der Bildgebung, die eine beidseitige diagnostische Mammographie und eine Ultraschall-Untersuchung beider Brüste und der regionalen Lymphknoten umfassen sollte.10 Ein MRT wird bei Unklarheiten nach der Standardbildgebung und in besonderen klinischen Situationen empfohlen (z. B. familiärer Brustkrebs in Verbindung mit gBRCA1/2-Mutationen, lobuläre Karzinome, Verdacht auf multifokalen und/oder multizentrischen Brustkrebs, Vorliegen von Brustimplantaten).10  Die Diagnose wird durch eine Biopsie und eine pathologische Untersuchung des Tumors bestätigt.10

Behandlung

Die Therapieoptionen beim Mammakarzinom umfassen die Operation, die Bestrahlung und die medikamentöse Tumortherapie.11

 

Die Behandlungsentscheidungen sollten auf einer individuellen Risiko-Nutzen-Analyse beruhen, die die Charakteristika der Patient:innen und des Tumors, die Begleiterkrankungen und die Präferenzen der Patient:innen berücksichtigt.11

 

Die brusterhaltende Operation (in der Regel mit postoperativer Strahlentherapie) ist eine geeignete chirurgische Option für die meisten Patient:innen mit Brustkrebs.11

Patient:innen mit Hormonrezeptor-positiven invasiven Tumoren sollten eine endokrine Therapie erhalten (sofern keine Kontraindikation besteht).11 Für Patient:innen mit HER2-positivem Brustkrebs wird eine Behandlung mit einer HER2-gerichteten Therapie (plus Chemotherapie) empfohlen.11

BRCA1/2: Breast cancer 1/2; HER2: humaner epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor 2; MRT: Magnetresonanztomographie.

 

Referenzen:

 

  1. Bray F, et al. Global cancer statistics 2022: GLOBOCAN estimates of incidence and mortality worldwide for 36 cancers in 185 countries. CA Cancer J Clin. 2024 May-Jun;74(3):229-263. 
  2. STATISTIK AUSTRIA, Österreichisches Krebsregister (Stand 10.01.2025) und Todesursachenstatistik. Online verfügbar unter: https://www.statistik.at/fileadmin/publications/Krebserkrankungen-in-Oesterreich-2025_barrierefrei.pdf. Letzter Zugriff: 11.03.2026 
  3. Feng Y, et al. Breast cancer development and progression: Risk factors, cancer stem cells, signaling pathways, genomics, and molecular pathogenesis. Genes Dis. 2018 May 12;5(2):77-106. 
  4. Bundesamt für Statistik. Krebs: Anzahl und Rate der Neuerkrankungen und Todesfälle nach Sprachregion, Krebsart, Geschlecht, Periode und Altersklasse. Veröffentlicht am: 10.11.2025.Online verfügbar unter: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/gesundheit/gesundheitszustand/krankheiten/krebs.assetdetail.36138872.html. Letzter Zugriff: 11.03.2026  
  5. Deutsche Krebsgesellschaft. Brustkrebs – Ursachen und Risikofaktoren. Stand: 31.05.2022. Online verfügbar unter: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/brustkrebs/ursachen-und-risikofaktoren.html. Letzter Zugriff: 11.03.2026.  
  6. Fragomeni SM, et al. Molecular Subtypes and Local-Regional Control of Breast Cancer. Surg Oncol Clin N Am. 2018 Jan;27(1):95-120. 
  7. Rinnerthaler G, et al. HER2 Directed Antibody-Drug-Conjugates beyond T-DM1 in Breast Cancer. Int J Mol Sci. 2019 Mar 5;20(5):1115.
  8. Breast cancer, Factsheet, WHO. Stand 14. August 2025. Online verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/breast-cancer. Letzter Zugriff: 11.03.2026.
  9. Krebsliga Schweiz. Brustkrebs (Mammakarzinom). Online verfügbar unter: https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/krebsarten/brustkrebs/. Letzter Zugriff: 14.04.2026.
  10. Loibl S, et al. Early breast cancer: ESMO Clinical Practice Guideline for diagnosis, treatment and follow-up. Ann Oncol. 2024 Feb;35(2):159-182.
  11. European Society For Medical Oncology: ESMO Clinical Practice Guidelines: Breast Cancer, Stand Juli 2024. Online verfügbar unter: https://www.esmo.org/guidelines/guidelines-by-topic/esmo-clinical-practice-guidelines-breast-cancer. Letzter Zugriff: 11.03.2026.
  12. Sessa C, et al. Risk reduction and screening of cancer in hereditary breast-ovarian cancer syndromes: ESMO Clinical Practice Guideline. Ann Oncol. 2023 Jan;34(1):33-47. 

AT-16706, 04/2026

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