Ein gewisser Anteil der Männer haben bei der Diagnose bereits Metastasen. Das bedeutet, dass sich Krebszellen aus der Prostata gelöst und in andere Bereiche des Körpers ausgebreitet haben. Beim Prostatakrebs siedeln sich Metastasen besonders häufig in den Knochen, seltener auch in Lymphknoten, der Leber oder der Lunge an. Auch wenn eine metastasierte Erkrankung nach heutigem Wissen in der Regel nicht heilbar ist, bedeutet das keineswegs, dass keine Behandlung mehr möglich wäre. Moderne Therapien können die Erkrankung oft über Jahre hinweg erfolgreich kontrollieren und ermöglichen ein Leben mit guter Lebensqualität.11
Ärztinnen und Ärzte unterscheiden beim metastasierten Prostatakrebs zwei wichtige Phasen, die sich vor allem darin unterscheiden, wie gut der Tumor auf eine Hormontherapie anspricht:
- Hormonempfindliche Phase: In dieser Phase reagiert der Tumor noch gut auf einen Hormonentzug. In der Fachsprache spricht man vom metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinom (mHSPC) oder vom metastasierten androgensignalwegmodulator-sensitiven Prostatakarzinom (mAPMS). Mit modernen Kombinationstherapien lässt sich die Erkrankung in dieser Phase oft über viele Jahre stabil halten.12, 13
- Hormonunempfindliche Phase: Nach einiger Zeit kann der Krebs unempfindlich gegenüber der Hormontherapie werden und trotz Behandlung weiterwachsen. Fachlich spricht man dann vom metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) oder vom metastasierten androgensignalwegmodulator-resistenten Prostatakarzinom (mAPMR). Wie schnell dieser Übergang erfolgt, ist von Mann zu Mann sehr unterschiedlich. Auch in dieser Phase stehen heute wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.13, 14
Ein zentrales Ziel moderner Therapien im metastasierten Stadium ist es, den Übergang von der hormonempfindlichen in die hormonunempfindliche Phase möglichst lange hinauszuzögern und den Patienten dabei so viel Lebensqualität und Normalität im Alltag wie möglich zu erhalten. Erreicht wird dies unter anderem durch Kombinationen aus Hormontherapie, zielgerichteten Medikamenten und Chemotherapie, die individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt werden.13, 14